Nächster Meilenstein bald erreicht

Verbindlichkeit der Rechtschreibreform der deutschen Standardsprache wird planmäßig ausgeweitet

Mannheim/01.08.2014Seit dem 01. August 2007 sind die Regeln nach der Rechtschreibreform der deutschen Sprache verbindlich für Behörden, Schulen und Ämter, da die Neuregelungen amtlich erst zum 01.08.2006 und nicht wie ursprünglich vorgesehen zum 01.08.2005 in Kraft getreten sind. Einsprüche, Änderungswünsche, Abstimmungsbedarf mit Österreich und der Schweiz und nicht zuletzt ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht führten zu dieser Verzögerung.

Absehbar werden zum Ende des Schuljahres 2015/16 die ersten Kinder die Schule verlassen, die durchgängig verbindlich nach den neuen Regeln unterrichtet wurden. Spätestens zum 01.08.2016 werden dadurch die Regelungen der Rechtschreibreform auch für alle Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen, Hochschulen und Universitäten verbindlich.

Im sogenannten vereinfachten Freistellungsverfahren können sich alle, die ihren letzten Schulabschluss vor dem 01.08.2007 abgelegt haben, noch bis zum 31.12.2014 von der ausstellenden Schule, der zuständigen Verwaltungsbehörde (Schulaufsicht) oder dem Einwohnermeldeamt des Wohnsitzes bescheinigen lassen, ihren Schulabschluss noch nach den bis zum 31.07.2005 gültigen Rechtschreibregeln abgelegt zu haben.

Für Abschlüsse, die zwischen dem 01.08.2007 und dem 31.07.2016 erfolgt sind bzw. erfolgen gilt das entsprechende Abschlusszeugnis als entsprechende Bescheinigung auch wenn dies nicht ausdrücklich auf dem Dokument vermerkt sein sollte.

Die Bildungsministerien der beteiligten Länder haben sich auf die gegenseitige Anerkennung dieser Konformitätserklärung geeinigt. Da von dieser Sprachregelung nur zwei EU-Staaten unmittelbar berührt sind und zusätzlich das Nicht-EU-Mitglied Schweiz gilt für einen Zeitraum von 25 Jahren eine Nichtregelungsbedarfszuständigkeit für europäische Behörden und Institutionen.

Die Bildungsminister in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Österreich haben die zuständigen Stellen bereits angewiesen mit der Ausstellung von Konformitätserklärungen im vereinfachten Freistellungsverfahren auch nach dem 31.12.2014 großzügig umzugehen, andere Länder wollen sich dieser Vorgehensweise anschließen.

Mit der amtlichen Verbindlichkeit zum 01.08.2016 dürfen Textverarbeitungsprogramme, die Rechtschreibprüfungen nicht ausschließlich nach den neuen Regeln vornehmen, nur noch zu Schreibzwecken verwendet werden, jedoch dürfen Dateien bzw. Texte weder gespeichert noch ausgedruckt werden.